Betriebshaftpflicht- & Sachversicherung

Cyber-Kriminalität

Stellt das Homeoffice eine Gefahrerhöhung dar?

Zur Aufrechterhaltung ihrer Betriebe haben eine Vielzahl von Unternehmen Prozessflexibilisierungen durch Auslagerung in Homeoffices vollzogen. Was als Unternehmensgrundsicherung sicher sinnvoll und zweckmäßig ist, sollte u. a. auch unter IT-, Datensicherheitsaspekten betrachtet werden.


So haben Cyber-Crime-Versicherer kürzlich verlautbaren lassen, dass sie IT-technisch bei Homeoffice-Anbindungen von „Gefahrerhöhungen“ auf bestehende Versicherungspolicen ausgehen. Die Folge daraus ist eine Meldepflicht gegenüber dem risikotragenden Versicherer wie auch ggf. die Optimierung der Sicherheitsvorkehrungen und -maßnahmen.


Kernpunkte zur Erhaltung uneingeschränkten Versicherungsschutzes sind nachfolgende Fragestellungen:


  • Nutzt der Arbeitnehmer an betriebsfremden Drittstätten vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Hard- und Software und erfolgt der Zugang zum System des Arbeitgebers über gesicherte Zugänge (z. B. einen VPN-Tunnel)?
  • Nutzt der Arbeitnehmer auf Anweisung oder mit Genehmigung des Arbeitgebers ganz oder teilweise eigene IT-Geräte und erfolgt der Zugang zum System des Arbeitgebers über gesicherte Zugänge (z. B. einen VPN-Tunnel)?
  • Werden die Geräte unter 1. (also vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Hard- und Software) an betriebsfremden Drittstätten weiterhin ohne schuldhaftes Zögern mit aktueller Software zur Erkennung und Vermeidung von Schadsoftware sowie mit neu verfügbaren Sicherheitsupdates ausgestattet?


Soweit diese IT-Regularien Anwendung finden, ist von einem Verzicht auf den Einwand einer Gefahrerhöhung und damit möglichen negativen Auswirkungen auf den Versicherungsschutz auszugehen.

Temporäre Stilllegung von Gebäuden und Betriebsteilen aufgrund der COVID-19-Pandemie

Nachfolgend finden Sie eine Information der Allianz zur Schadenprävention. Bitte beachten Sie, dass steigende Lagermengen und-werte, z. B. durch erhöhte Zwischen- oder Pufferlagerungen, rechtzeitig zur Anpassung der Versicherungssummern gemeldet werden müssen.

Temporäre Stilllegung von Betrieben – Allianz

Betriebshaftpflicht​versicherung

Bietet ein Haftpflichtvertrag Versicherungsschutz?

Es ist möglich, dass Mitarbeiter eines Versicherungsnehmers (VN), Mitarbeiter des Auftraggebers ohne ihr Wissen mit dem Coronavirus infizieren. Dies könnte zu Produktionsausfällen beim Auftraggeber führen, wenn das Personal bspw. Unter Quarantäne gestellt würde. Der VN haftet in solch einem Fall nicht, da es an einem Verschulden fehlt. Daher würden nur etwaige Ansprüche gegen den VN innerhalb der Betriebshaftpflichtversicherung abgewehrt werden.


Wusste der VN jedoch oder hätte wissen müssen, dass seine Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert sind und ergreift er keine entsprechenden Maßnahmen, damit die Mitarbeiter nicht in Kontakt mit anderen Personen treten, so verhält sich der Fall anders. Die Haftung des VN wäre zwar gegeben, der Versicherungsschutz könnte aber gefährdet sein. Ansprüche wegen Personenschäden, die aus der Übertragung einer Krankheit des VN entstehen, sind derweil vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Sachversicherung

Deckt eine Sachversicherung Infektionen?

Die Zerstörung oder Beschädigung einer versicherten Sache infolge einer versicherten Gefahr ist die Voraussetzung für einen ersatzpflichtigen Schaden. Da ein Virenbefall zu keinem versicherten Ereignis führt, besteht kein Deckungsschutz. Schäden durch Mikroorganismen sind auch in der Allgefahrenversicherung ausdrücklich ausgeschlossen. Versicherungsschutz würde nur für einen Sachschaden bestehen, welche jedoch nicht vom Coronavirus verursacht wird.