Warentransportversicherung

Sind Lieferfristüberschreitungen im Zuge der Coronakrise versichert?

Verzögerungen können auch zu Verspätungsschäden führen, da die Ware nicht zu dem vereinbarten Liefertermin ankommt oder aber die ‚gewöhnliche‘ Transportdauer erheblich überschritten wird.


Im TVS-Plus-Pro ist der Versicherungsschutz für reine Verspätungsschäden in der „Vermögensschaden-Klausel“ geregelt. Danach sind Verspätungsschäden nur dann versichert, wenn ein an diesem Transport beteiligter Verkehrsträger im Rahmen eines üblichen Verkehrsvertrags nach deutschem Recht dem Grunde nach für die Verspätung haftet.


Da es sich bei der Ursache der Verspätungen um die Folge der Verbreitung des Coronavirus handelt, ist in der Regel von einem Fall von sogenannter höherer Gewalt auszugehen. Dies ist für den Verkehrsträger (Fixkostenspediteur, Frachtführer, Reeder o. ä.) als unabwendbar anzusehen und damit wäre die Haftung ausgeschlossen.


Somit besteht im TVS-Plus-Pro und generell auch in der Warentransportversicherung für die infolge des Coronavirus eingetretenen Verspätungsschäden keine Deckung.



Sind Warenschäden im Zuge der Coronakrise versichert?

Durch die derzeit eintretenden Verzögerungen in der Lieferkette kann es aufgrund der langen Transportzeit zu Schäden kommen beispielsweise durch Verderb. Für derartige Schäden besteht grundsätzlich nach den zugrundeliegenden Versicherungsbedingungen (DTV Güter 2000/2008) keine Ersatzpflicht, da u. a. Schäden durch eine Verzögerung der Reise sowie durch inneren Verderb oder die natürliche Beschaffenheit der Güter vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind.



Greift die Güterfolgeschadenklausel im Zuge der Coronakrise?

Betriebsstillstand oder Produktionsausfall sind über die „Güterfolgeschadenklausel“ abgedeckt, sofern der Güterfolgeschaden als unmittelbare Folge auf einen ersatzpflichtigen Güterschaden zurückzuführen ist. Nach derzeitigem Stand der Dinge kann wie bereits eingangs ausgeführt von ersatzpflichtigen Güterschäden nicht ausgegangen werden, sodass im Rahmen der Güterfolgeschadenklausel keine Leistungen erbracht werden.


Wie habe mich sich zu verhalten, wenn eine Warentransportversicherung eingedeckt wurde und der Lkw beispielsweise nicht weiterfahren kann, weil eine Grenze vorübergehend geschlossen wurde und die Vollendung des versicherten Transports damit erheblich verzögert wird?


Dies stellt im Sinne der zu Grunde liegenden Bedingungen grundsätzlich eine Gefahränderung dar, die wenn bekannt dem Versicherer/Makler unverzüglich anzuzeigen ist.